Lechtaler Alpen

Erstellt am: 30.11.2009
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Kurzbeschreibung
Tourentyp:   Hüttentour
Tourenlänge:   3 Tage
Schwierigkeit:     Mittel
Karte:   Kompass Nr.: 24
Region:   Lechtaler Alpen, Hornbachkette
Hütten:   Hanauer Hütte 1918 m, Steinseehütte 2061 m, Württemberger Haus 2220 m
Gipfel:  Kogelseespitze 2647 m

Tourenplaner:   Tscharly
Teilnehmer:  Britta, Angelika, Christa K.
Tourentermin:     06. bis 08. September 2009
Besonderheiten:  Arbeitseinsatz im Gebirge (unbezahlt und freiwillig)




Tourenbericht



Ich arbeite in der Lebenshilfe. Einige meiner Kollegen haben auch schon mitbekommen dass ich mich gerne in den Bergen aufhalte. Bei einer Schneeschuhtour 2006 auf den Schneibstein waren damals die Agnes und der Dieter auch schon mal mit mir unterwegs. Diesmal wollen wir einen kleinen Betriebsausflug mit zwei Damen und dem Peter machen. Ich frag noch die Christa, eine der "Grauen Panther"( wir sind oft gemeinsam unterwegs ). Sie könnte mich moralisch unterstützen. Der Peter fällt aber kurzfristig aus, die Britta, Angelika und auch die Christa haben Zeit, ich sowieso. So sind wir zu viert. Drei Damen und ich.



Zur Hanauer Hütte

Wir treffen uns in Lauf. Fahren muss die Britta mit ihrem Bus. Wir fahren über München und holen die Christa ab. Danach gehtīs über Garmisch Richtung Reutte. Hier haben wir einen kleinen Verhauer drinn. Doch wir finden das Lechtal und zum Schluss auch Gramais auf 1328 m - unser Startpunkt für unsere Wanderung. Der Bus ist gut ausgebaut. Britta kocht uns gleich mal einen Kaffee. Das ist ein Service. So was hatten wir noch nie. Nach der Kaffeepause wandern wir los. Nur kurz folgen wir noch der Straße die dann zum Weg wird. Schon nach 10 Minuten queren wir den Platzbach. Ab hier folgen wir einem Pfad neben dem Platzbach. Auf etwa 2100 m liegt der Kogelsee. Hier machen wir unsere erste Pause. Das Wetter ist ausgezeichnet. Wir können gut in die Allgäuer Alpen rüberschauen.


Nach der Pause steigen wir weiter auf in die Kogelseescharte 2497 m. (Bild links) Hier treffen wir auf ein paar Leute. Es ist noch nicht spät. Wenn wir jetzt zur Hanauer absteigen sind wir um spätestens 15.00 Uhr auf der Hütte. Das ist zu früh. Wir beschließen die Kogelseespitze als Gipfel mitzunehmen. Das ändert zunächst nichts an unserem Weg. Von der Scharte gehtīs zuerst relativ steil und steinig runter. Nach etwa 100 Höhenmetern zweigen wir aber rechts ab. Links vorbei am Parzinnsee benutzen wir eine kleine Abkürzung um in das Guffelseejöchel 2375 m zu kommen. Von hier haben wir einen sehr schönen Blick runter zum Guffelsee (rechts). Danach gehtīs entlang des gemütlichen Gratīs rauf zur Kogelseespitze 2647 m . Wir lassen uns nieder. Die Aussicht ist wunderbar. Die Allgäuer Alpen, mit dem Hochvogel als markantem Berg, sind direk vor uns. Auf der anderen Seite steht die Dremelspitze, rechts davon die Dremelscharte. Da wollen wir morgen durch.


Gipfelbilder





Ewig bleiben wir aber nicht sitzen, es ist etwas windig. Nachdem Angelika eine kleine Brotzeit runtergewürgt hat ( ich hab inzwischen ein paar Fotos gemacht ) brechen wir auf. Wir steigen auf unserem Aufstiegsweg ab. Unter dem Guffelseejöchel 2375 m halten wir uns aber rechts. Wir erreichen die Hütte kurz bevor die Sonne hinter den Gipfeln verschwindet. Mein erstes Bier trinke ich noch auf dem Balkon. Mit dem Zweiten wirdīs schon knapp, die Sonne verschwindet.

Die Hanauer Hütte





Zum Würtemberger Haus

Einer steht früh leicht auf, der andre schwerer. Die Angelika war gestern mit unserm Zusatzgipfel gut ausgelastet. Trotzdem wollen wir heute unsere Tour wie geplant fortsetzen. Das haben wir gestern Abend noch beschlossen. Eine morgendliche Stärkung ist also angebracht. Die Geschmäcker sind verschieden - wie man auf den Bildern sehen kann. Ich verstehe die Angelika. Wenn ich das essen müsste, würde ich auch lieber im Bett liegen bleiben.



Doch beim Aufbruch sind die Schrecken des Frühstücks vergessen. Die Damen haben gute Laune und sind frohen Mutes.



Vorbei am Kraftwerk (links) wandern wir auf die Westliche Dremelscharte zu. Links der Scharte steht die Dremelspitze 2741 m. Ein schöner Berg. Wenn man rauf will sollte man mindestens IIer Gelände beherrschen. Nach etwa 1 1/2 Stunden sind wir in der Dremelscharte 2434 m angekommen.

Das Wetter ist wie gestern. Keine Wolke zu sehen. Auf der anderen Seite gehts steil runter. Der Steinsee ist schon zu sehen. In einem schönen Blau liegt er etwa 300 Meter unterhalb der Scharte. Von dort ist es nicht mehr weit zur Steinseehütte. Lose Drahtseile mit Aluminiumknoppern liegen auf dem Boden und führen nach unten. Typisch für die Lechtaler Alpen, so was hab ich eigentlich nur hier gesehen. Die Rinne ist steinig. Steinschlag ist nicht ausgeschlossen. Eine gewisse Vorsicht ist angebracht. Christa bildet die Nachhut, sie hat genügend Erfahrung und schmeißt nicht mit Steinen nach uns.




Bald sind wir unten beim See. Etwa um 10.30 Uhr sind wir schon auf der Steinseehütte 2061 m. Die erste Scharte haben wir erfolgreich gemeistert. Kurz vor der Hütte ist eine Slackline instaliert. Christa versucht ihr Glück. Für ein Foto hats gereicht. Am Nachmittag liegen nur noch drei Übergänge zwischen uns und dem Ziel. Die Steinseescharte, die Roßkarscharte und das Gebäudjoch. Trozdem lassen wir uns Zeit. Wir bleiben bis etwa 12.00 Uhr auf der sonnigen Terasse sitzen. Britta und Angelika studieren die Karte. Ich trinke inzwischen ein Bierchen und esse eine Speckknödelsuppe. Aber wir müssen weiter, man könnte hier auch noch länger sitzen.



Gemütlich gehts rüber zur Steinseescharte 2320 m. Auch der Abstieg ist nicht spektakulär. Dann folgt eine längere Querung im steindurchsetzten Grasgelände. Unter der Roßkarscharte wirds interessanter. In felsigem Gelände gehts noch etwa 100 Meter rauf. Man muss schon mal die Hand anlegen.

In der Roßkarscharte 2400 m bleiben wir kurz sitzen.

Auf der anderen Seite führt eine steile Felsrinne mit den typischen Drahtseilen nach unten. Danach folgt steiles Geröll und Schotter. Unangenehm zum Absteigen. Aber Angelika und Britta schlagen sich tapfer, als hätten sie noch nie etwas anderes gemacht.

Auch hier macht Christa wieder die letzte.


Der Abstieg ist bei diesem Hüttenverbindungsweg die schwierigste Stelle. Im Aufstieg sicher leichter zu gehen, wie immer.




Wieder folgt eine längere Querung bevor es steil in Serpentinen zum Gebäudjoch 2452 m rauf geht. Wieder machen wir Pause. Unser Tagesziel ist schon zu sehen. Ab hier gehtīs nur noch Bergab. Zuerst folgt ein erdiger Abstieg. Dann gehtīs interessant durch Felsen raus auf felsdurchsetztes Grasgelände. In gemütlichen Serpentinen weiter runter zum Württemberger Haus 2220 m. Es ist noch sonnig und wir können noch vor der Hütte sitzen.

Unten Blick von der Hütte in das Gebäudjoch, von da sind wir gekommen.





Runter zum Auto

Ein kurzes Stück unseres gestrigen Abstiegs müssen wir wieder aufsteigen, bis zu einem kleinen See "Auf der Lacke". Danach, linkshaltend, wird es felsiger. Wir begegnen einem Steinbock, ziemlich nah und nicht scheu. Bald darauf sind wir in der Bittrichscharte 2535 m oben. Für heute haben wir den höchsten Punkt erreicht. Wieder haben wir bestes Wetter.

Bei hellichtem Tag steht der Mond über den Gipfeln.

Wir können rüber zur Kogelseespitze sehen. Unser Gipfel am ersten Wandertag.


In der Bittrichscharte 2535 m





Der Abstieg durch eine felsige Rinne ist wieder mit Drahtseilen versichert. Zum Teil im Rückwärtsgang steigen wir ab. Danach folgt der weitere Abstieg mit einigen kleinen Gegenanstiegen.







Erst als wir in der Nähe der alten Guffelhütte sind gehtīs nur noch abwärts. Teilweise ziemlich steil und ausgesetzt geht es eine Schlucht runter. Links sind Wasserfälle, daraus wird der Otterbach.





Als wir den unten queren ist es schon flach. Hier lassen wir uns noch mal gemütlich nieder. Unsere letzte ausgedehnte Pause bevor wir wieder nach Gamais vorwandern. Beim Bus gibts wieder einen Kaffe. Danach treten wir die Heimreise an.

Eine schöne Tour bei bestem Wetter. Vielleicht machen wir ja mal wieder einen kleinen Betriebsausflug.