Marteller Hütte

Erstellt am: 16.03.2009
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Kurzbeschreibung
Tourentyp:   Schneeschuhtour
Tourenlänge:   3 Tage
Schwierigkeit:   Mittel
Karte:   Tobacco 08 Ortlergebiet
Region:   Ortler - Cevedale
Hütten:   Zufallhütte 2265 m, Marteller Hütte 2610 m, Casatti Hütte 3269 m
Gipfel:   "Drei Kanonen ca. 3300 m"

Tourenplaner:   Tscharly
Teilnehmer:  Gerti, Christa, Birgit, Annegret
Tourentermin:     07. - 09. März 2009
Besonderheiten:  Lawinenwarnstufe IV - bei guter Sicht trotzdem machbar.


Tourenbericht



Eigentlich wollen wir aufs Westfalenhaus oder die Winnebachseehütte in den Stubaier Alpen. Doch hier ist das Wetter noch immer schlecht. Wir haben die Tour schon verschoben. Jetzt wollen wir gehen. Doch in Nordtirol wird das nix. In Südtirol soll das Wetter besser werden. Aber, die Lawinenlage steht bei IV. Wir verschieben noch einen Tag nach hinten, damit sich die Lage noch etwas entspannen kann. Ich telefoniere vor unserer Abfahrt noch mit dem Hüttenwirt der Marteller Hütte im Cevedale-Gebiet. Der gibt "grünes Licht" für den Aufstieg zu seiner Hütte. Also packen wir es an. Samstag um 5.00 Uhr fahren wir in Sulzbach-Rosenberg los nach München um die "Grauen Panther" abzuholen.

Eigentlich will ich über den Fernpass und den Reschenpass ins Martellertal fahren. Doch heute ist nicht mein Tag. In München bin ich es gewohnt das die "Panther" das Kommando haben. Die lotsen mich auf die Salzburger Autobahn, allerdings hab ich ihnen auch nicht gesagt wie ich fahren will.
Auch schon egal. Fahren wir eben über den Brenner. Bei Bozen schau ich wieder nicht auf und fahre an der Ausfahrt nach Meran vorbei. Das kostet uns noch ne halbe Stunde. Seit dem Brenner ist es schon sonnig, das schlechte Wetter liegt hinter uns. Das letzte Stück ins Martellertal rein wird es zwar bewölkter, aber die Sonne überwiegt.

Zustieg auf die Marteller Hütte


Durch die Hin- und Herfahrerei bei Bozen ist es schon nach 11.00 Uhr als wir vom Parkplatz neben der Enzianhütte 2056 m losgehen. In der Enzianhütte haben wir erst letztes Jahr (2008) bei unserer Alpenüberquerung Garmisch-Gardasee übernachtet. In gut einer halben Stunde erreichen wir die Zufallhütte 2265 m. Nach der langen Fahrerei machen wir hier erst mal Pause, bevor wir weiter aufsteigen. Zeit haben wir genügend. Unser Ziel liegt nicht mal 400 Höhenmeter höher.

Auf der "Zufall" erzählen die anderen Tourengeher grauslige Geschiichten: Schlechtes Wetter - Keine Sicht - Lawinenabgänge - Lawinenwarnstufe 4 - usw.
Einige wollen heute abreisen.
Wir steigen trotzdem nach der Pause zur Marteller auf. Der Wetterbericht hat für morgen gut gemeldet. Gleich nach der Zufallhütte gehts durch eine kurze Rinne nach oben. Danach links queren und dann taleinwärts Richtung Casatihütte. Der Winterweg zur Marteller führt nicht über die Staumauer. Erst weiter taleinwärts wird der Plimabach überquert. Kurz darauf beginnt der Aufstieg. Der Hüttenwirt hat mir schon gesagt dass der Hang nicht ganz ungefährlich ist, bei Warnstufe 4. Eine Gruppe auf der Zufall ist hier abgefahren und hat mir den Tip gegeben, weiter links aufzusteigen. Wir verlassen also die angelegte Aufstiegsspur und wenden uns etwas mehr nach links. Das bedeutet zwar mehr Spurarbeit, aber so sind wir nicht so nah am steilen Hang rechts neben uns. Noch vor 16.00 Uhr erreichen wir die Marteller Hütte 2610 m. Der junge Hüttenwirt empfängt uns freundlich. Wir bekommen sofort unsere Lager zugeteilt. Annegret braucht keine Halbpension buchen. Das ist leider nicht überall selbstverständlich - das wird durchaus auch anders gehandhabt.

Wir gehen nach einer kleinen Grundreinigung zum gemütlichen Teil über.



Casati Hütte und zurück



Sonntag Morgen: In der Hütte packen wir uns schon ein. Es ist sonnig und die Sicht ist ziemlich gut. Draussen bläst aber ein schneidiger Wind.

Einer vom Hüttenpersonal räumt durch eine Gasse den Schnee von der Terasse ins Tal.

Er sagt zu mir:

"Wenn da unten voll ist, müssen wir hier oben aufhören mit Schneeräumen."

Kurz nach 8.00 Uhr gehen wir los. Vor uns ist schon ein Paar mit Ski losgegangen. Auch vom Tal her ist schon einer aufgestiegen. Der will auch Richtung Casati oder Cevedale. Das Pärchen vor uns will zum Cevedale, das haben sie gestern Abend gesagt. Von der Hütte weg gehts zuerst fast 100 Hm runter. Hier treffen wir auf die Aufstiegsspur vom Talaufsteiger. Wir steigen alle Richtung Zufallferner auf. Der Talaufsteiger muss ganz schön fit sein. Obwohl er die Spur legt, kommen wir ihm nicht näher.



Über den Zufallferner geht es relativ flach rauf. Bei der guten Schneelage brauchen wir uns vor einem Spaltensturz nicht zu fürchten. Die Zufallspitzen mit ihren steileren Flanken lassen wir links liegen. Somit ist diese Tour auch bei hoher Lawinenwarnstufe relativ sicher. Vorausgesetzt die Sicht ist gut. Bei schlechter Sicht hat man hier schnell die Orientierung verloren.

Unsere Spurer wollen auf den Cevedale. Wir nur auf die Casati Hütte. Auf etwa 3100 m trennen sich unsere Wege. Wir müssen weiter nach rechts halten. Ich muss jetzt selber spuren. Aber das ist gut machbar.

Wegen dem Wind haben wir bisher keine wirkliche Pause gemacht. Auch jetzt auf fast 3300 m rasten wir nur kurz. Die Casati Hütte kann nicht mehr weit sein. Eine letzte Anstrengung und wir sind über den höchsten Punkt drüber. Die Hütte ist zu sehen. Noch ein kurzer Abstieg und wir erreichen nach gut vier Stunden die Casati Hütte 3254 m. Die Hütte macht erst in einer Woche auf, das haben wir aber gewußt. Ein kleines Stück oberhalb der Haupthütte steht der Winterraum. Da suchen wir Schutz vor dem Wind. Wir machen endlich Pause und können auch mal was essen. Danach sind wir wieder besser beieinander. Vier Stunden ohne Trinkpause sind kein Pappenstiel. Die muss man erst mal gehen. Doch so gemütlich ist der Winterraum auch wieder nicht. Draussen ist es fast wärmer, wenn die Sonne scheint und es windgeschützt ist.

Der Rückweg


Die Suldenspitze schenken wir uns, wir sind heute keine Gipfelstürmer. In etwa einer Stunde wäre die zu machen. Die Aussicht würde sich aber nicht bedeutend verbessern. Von der Casati haben wir eine super Sicht nach Westen. Auch die Königspitze 3851 m mit Schulter steht in ihrer vollen Pracht vor uns.

Auf der Königspitze war ich mit Helmut und Giri im Juli 2000 schon oben. Auch der Monte Cevedale 2769 m, auf dem ich mit Annegret, Luke und Giri Ostern 2004 war, steht vor der Haustür.

Blick Richtung Westen



Von der Casati weg haben wir einen kurzen Gegenanstieg. Oben halten wir uns links und steuern noch auf die "Drei Kanonen" zu. Das ist ein Pseudogipfel knapp über 3300 m. Hier liegen tatsächlich noch Kanonen rum. Wir finden zwei davon. Die stammen aus dem "Ersten Weltkrieg." Über den Ortler die Königspitze und den Cevedale verläuft die Grenze zwischen Südtirol und Ligurien (Italien) das war damals die Front. Die Kanonen sind erstaunlicherweise noch sehr gut erhalen. Wir machen ein paar Bilder.

Von hier ist auch das Dreigestirn: Königspitze, Zebru und Ortler gut zu sehen.



Der weitere Abstieg über den Zufallferner ist bei guter Sicht kein Problem. Auch der kurze Gegenanstieg vor der Marteller ist uns egal. Wir sind auch heute schon kurz vor 16.00 Uhr auf der Hütte. Aber das halten wir aus.



Später mach ich noch ein schönes Bild von der Königspitze. Die kann man von der Marteller nämlich gut sehen.



Halbpension


Heute lohnt sich die Halpension richtig. Heute sind "Schnitzelwochen."Riesenschnitzel mit Speckbohnen und gerösteten Kartoffeln. Annegret wird ganz blass, sie hat ja keine Halbpension. Wir werden auch blass, wer soll das essen? Doch mit etwas gutem Willen essen wir gemeinsam das Menue auf. Annegret muss uns ein bisschen helfen, sonst hätten wir das heute nicht geschafft.

Nach einem Verdauungsschnaps schaffen wir auch die Nachspeise noch.

Die "Grauen Panther" in Aktion bei den "Schnitzelwochen" heute im "Zwillingslook."



Abstieg und Heimfahrt

Eigentlich wollten wir heute noch auf die Köllkuppe 3330 m, doch das Wetter hat sich wieder verschlechtert. Der Wind bläst noch stärker als gestern. Der Himmel ist bewölkt. Die Sicht wechselt zwischen schlecht und schlechter. So beschließen wir gleich abzusteigen. Birgit will noch Kaffee kaufen. Ich will Tiroler Speck. Wir wollen einen Spritz.
Die Altstadt von Bozen haben wir auch noch nicht gesehen. Also nix wie los.



Der Abstieg verläuft ohne Probleme. Als wir aus dem Martellertal rausfahren wird das Wetter immer besser. Schon ab Meran scheint die Sonne. Hier hat es keine -10 Grad. In Bozen angekommen haben wir +16 Grad bei bestem Wetter. Zuerst suchen wir ein gemütliches Plätzchen und nehmen einen Spritz zu uns. Danach streifen wir in der Altstadt rum. Hunger haben wir auch noch.

Birgit findet ein nettes Lokal, in dem lassen wir uns nieder.



Danach erledigen wir noch unsere restlichen Einkäufe und fahren heim. Schon vor dem Brenner wird das Wetter schlecht. Auf der Nordseite schneit und regnet es. Nordstau. Am Gardasee wärs jetzt schön. Aber es hilft nix. Morgen müssen wir in die Arbeit. Schön war´s.