Gardasee - Hike und Bike

Erstellt am: 19.10.2010
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Kurzbeschreibung
Tourentyp:   Klettersteige, Mountainbiking, Wandern
Tourenlänge:   4 Tage
Schwierigkeit:     leicht, mittel, schwer
Karte:   Kompass Nr. 071
Region:   Alpi di Ledro, Gardasee)
Hütten:   Rifugio Nino Pernici 1600 m
Gipfel:  Monte Baone 479 m, Cima Rocca 1089 m

Tourenplaner:   Tscharly
Teilnehmer:  Gerti, Maximilian, Petra, Ike, Gerda, Erich, (Vera,Marie)
Tourentermin:     22. bis 25. April 2011
Besonderheiten:  Es war für jeden was dabei


Touren:

Klettersteig: Sentiero attrezzato Rio Salagoni
Wanderung: Leiternsteig
Kraxeltour: Monte Baone 479 m über La via del 92° Congresso
Wanderung: Monte Brione 376 m
Mountaibiketour: Bocca di Trat 1600 m (Nino Pernici) mit dem Bike, zu Fuß, mixed
Wanderung: Cima Rocca 1089 m über Sentiero dei Camminamenti





Tourenbericht

1. Tag: Sentiero attrezzato Rio Sallagoni und Busatte Leiternsteig



Über Ostern fahren wir für vier Tage an den Gardasee. Wir sind eine gemischte Truppe. Wanderer, Kraxler Mountainbiker, Klettersteigler. Wir wollen gemeinsam und in Gruppen aufgeteilt was unternehmen und erleben. Wir fahren über das Sarcetal an und kaufen in Sarce schon mal das nötigste ein. Danach fahren wir nach Dro. Wir wollen den ersten Tag noch nutzen.

Hinter Dro Richtung Drena nach einer scharfen Linkskurfe ist ein kleiner Parkplatz. Hier ist der Startpunkt für den Klettersteig "Sentiero attrezzato Rio Sallagoni" Den wollen der Ike, der Maximilian und ich heute noch gehen. Wir laden unsere Bikes ab und sperren sie an einen Baum. Der Ike hat Angst das sein gutes, teures, schönes, unersetzliches, einmaliges Rad geklaut wird. Also lassen wir seins auf dem Auto. Für Ike lassen wir Gertis altes, billiges, dreckiges Rad da. Ich sag: "In Italien wird sowieso nix geklaut". Als die Radfrage geklärt ist verabschieden wir uns vom Rest der Mannschaft. Die fahren weiter zum Gardasee und wollen noch den Busatte Leiternsteig oberhalb von Torbole gehen.

Wir drei brechen gerüstet mit Klettersteigset und Helm auf zum "Sentiero attrezzato Rio Sallagoni". Der Weg beginnt direkt in der scharfen Linkskurve. Kurz folgen wir einen Pfad, schon nach 10 Minuten ereichen wir den Einstieg. Wir legen das Klettersteigset an und setzen den Helm auf. Es ist ein ganz schöner Andrang hier. Der Sallagoniklettersteig ist ein Schluchtklettersteig und überwindet nur 180 Hm. In der Schlucht läuft ein Fluß, so ist es feucht, kühl und zum Teil duster. Ich denke auch im Sommer kann man den Klettersteig noch machen ohne vor Hitze umzufallen. Der Schwierigkeitsgrad ist in der ersten Hälfte mit C angegeben. Schwerer ist er sicherlich auch nicht. Die erste Hälfte ist auch durchgehend mit Drahtseilen versehen. Man kann zwei Dreiseildrahtbrücken überqueren wenn man will. Wir haben das natürlich auch gemacht. Wem das zu viel ist der kann beide rechts umgehen. Danach kommt der Zwischenausstieg nach links zur Burg Drena.

Wer will bleibt weiter in der Schlucht. Die Drahtseile haben nun ein Ende. Hier ist der Klettersteig auch nur noch mit B angegeben. Wo es nötig ist sind Eisenstifte und Klemmern vorhanden. Dem Fluß folgt man bis zum Ende. Hier trifft man auf eine Steinmauer. Wir steigen kurz davor nach links aus. Wir haben trotz anfänglichem Stau nur etwa 1,5 Stunden gebraucht. Oben angekommen Sehen wir eine Kläranlage. Der Schluchtfluss ist der Vorfluter. Als Trinkwasser sollte man den Fluß also besser nicht nutzen. Aber sonst ist der Klettersteig eine nette Tour. Auch Kinder mit der nötigen Schrittlänge haben sicher ihren Spaß. Der este Klettersteig sollte es aber sicher nicht sein.

Bilder vom Klettersteig











Nach dem Ausstieg wandern wir noch rauf zur Burg Drena. Die Besichtigung kostet 3 €, das geht noch und wir schaun mal rum. Danach genehmigen wir uns unter der Burg noch eine Halbe Bier bevor wir wieder zum Parkplatz absteigen. Dort tauschen wir unsere Klettersteigausrüstung gegen die Radelschuhe. Alle 3 Bikes sind noch da, sag ichs doch. "In Italien wird nix geklaut". Wir springen in die Sättel und radeln die guten 10 km nach Riva runter. In unserer Unterkunft treffen wir alle wieder zusammen. Auch die Leiternsteigbegehung war erfolgreich.

Nachdem wir uns geduscht und eingerichtet haben gehen wir in unsere Stammpizzeria und lassen es uns gutgehen.




2. Tag: Monte Baone 479 m über La via del 92° Congresso und Wanderung zum Monte Brione 376 m



Wieder teilen wir die Truppe. Diesmal in 3 Teile. Die Mädels Vera und Marie gehen in die Stadt. SHOPPEN. Erich und Gerda wandern auf den Monte Brione 376 m . Da oben ist eine alte Festungsanlage aus dem ersten Weltkrieg, eine durchaus lohnende Unternehmung. Eine gute Aussicht hat man außerdem noch.

Der Rest der Truppe will den Monte Baone 479 m besteigen. Auch keine schwindelerregende Höhe. Doch wir wollen über den "via del 92° Congresso" rauf. Das ist ein Zustieg der den II Kletter-Schwierigkeitsgrad, Stellen III hat. Seilversicherungen sind nicht vorhanden. Und es gibt durchaus einige ausgesetzte Stellen. Ich hab die Tour schon mal gemacht. Deshalb hab ich sicherheitshalber mal 30 m Halbseil eingepackt.


Die Kraxelei ist bei Arco im Ortsteil Laghel. Bis sum Startpunkt fahren wir mit unseren Bikes. Wieder sperren wir unsere Räder an einen Baum. Diesmal hat Ike mehr vertrauen zu den Italienern, auch er sperrt sein gutes, teures, schönes, unersetzliches, einmaliges Rad mit an den Baum. Erst als wir schon fast auf dem Gipfel sind, erfahre ich von ihm dass er inzwischen glaubt "In Italien wird gar nix geklaut" Er hat vergessen sein GARMIN GPS vom Rad abzumontieren. Da bin ich mal gespannt.

Der Zustieg beginnt laut Beschreibung an einem kleinen Parkplatz mit Bar. Die Bar gibt es aber nicht mehr, der Parkplatz ist unter Olivenbäumen. Hier haben wir unsere Räder deponiert. Links weg gehts durch Olivenhaine. Bis jetzt zumindest noch. Es wird fleißig gebaut. Linker Hand wachsen schon Häuser, rechts sind noch Olivenplantagen. Vorbei an einem inoffiziellen Zeltplatz, hier unter den Felsen links weiter auf einem ausgetretenen Pfad bis zum markierten Einstieg.

Die Kraxelei beginnt. Die Hände muss man schon manchmal mit einsetzen. Die Markierungen sind gut, mit der nötigen Umsicht verliert man die Route nicht. Eine anregende Kraxelei.


Ein paar Bilder








Dann kommt eine der Schlüsselstellen. Vor uns ist schon eine Mannschaft am Werk. Die ist mit Doppelseil unterwegs. Der Vorsteiger ist schon voraus. Ich kletter neben seinem Seil etwa 20 m rauf und mache Stand. Jetzt pack ich auch mein 30 m Halbseil aus. Ich lass es runter zu den anderen. Petra hat inzwischen den Klettergurt angezogen. Ich sichere sie und sie klettert nach. Die anderen kommen ohne Seil nach. So schwer ist die Stelle nicht. Die Truppe mit dem Doppelseil macht auch nur eine Übung.





Ich lass Petra am Seil und wir gehen gemeinsam weiter. Nun muß ein kleiner Felskopf überklettert werden, das ist aber nicht besonders schwierig. Später kommt noch eine ausgesetzte etwas heikle Querung. Eine Stelle ist auf Reibung anzutreten. Nicht für jedes Gemüt etwas. Ich geh mit dem Seil voraus und klinke auch einen geschlagenen Hacken als Zwischensicherung. Am Ende der Querung ist noch ein geschlagener Hacken. Hier mach ich fest. Ike soll als nächster kommen. Doch ihm ist das nicht geheuer. Er dreht um. So laß ich das Seil am hinteren Ende mit Petra festmachen. Über den Schlaghacken spanne ich unser Fixseil. Maximilian geht nun als zweiter und legt unser Fixseil zurecht. Ich spanne das Seil nach. Nun kann Ike mit einem provisorischen Klettergurt aus einer 1,8m Bandschlinge queren. Dann kommt Gerti nach. Einem Einzelgeher biete ich noch an unser Fixseil zu benutzen, der nimmt dankbar an. Danach löst Petra ihren Stand auf und ich sichere sie nach.




Nach der Querung ist das schwierigste geschafft. Noch ein paar kleinere Aufschwünge, danach gehts durch Gestrüpp auf den Gipfel des Monte Baone 479 m. Hier machen wir eine verdiente Pause. Der Einzelgeher wird vom Gipfel abgeholt. Sie müssen Gipfelfotos von uns machen. Interessiert lassen sie sich den provisorischen Sitzgurt aus einer Bandschlinge zeigen.




Danach steigen wir über den einfachen Normalweg zu unseren Rädern ab. Ike ist froh dass sein GARMIN GPS noch am Rad ist. Ich sag: "In Italien wird NIX geklaut".

Mit den Rädern fahren wir ins Centro von ARCO und gehen auch SHOPPEN, wie die Mädels. Später treffen wir uns Alle in der Kneipe und lassens uns noch gut gehen, bevor wir wieder nach Riva fahren. Heute kochen wir uns selber was. Rotwein und Bier haben wir auch besorgt. Ein guter Tag.




3. Tag: Bocca di Trat mit Rif. Nino Pernici 1600 m - jeder wie er will



Heute will ich mit dem Mountainbike über die alte Ponalestraße über den Ledrosee zur Bocca di Trat fahren. Hier steht auf 1600 m das Rif. Nino Pernici. Das hat auch offen. Nicht alle wollen sich das antun. Es sind schließlich doch gute 1500 Hm im Aufstieg zu fahren. Die zwei Mädels Vera und Marie gehen wieder SHOPPEN. Gerda und Erich wollen ein Stück mit dem Auto rauf fahren und dann zu Fuß zur Pernici aufsteigen. Petra und Gerti wollen mit dem Bike mit über die Ponalestraße rauffahren und dann mit Erich und Gerda weiterwandern. Maximilian, Ike und ich wollen alles mit dem Bike machen. Auf der Pernicihütte wollen wir uns alle treffen.

Schaumer mal ob das klappt.


Um 8.00 Uhr (war geplant) brechen Gerti, Petra, Ike, Maximilian und ich mit den Bikes auf. Quer durch Riva fahren wir zur Ponalestraße beim Kraftwerk.

Anfangs gehts mäßig steil und durch ein paar Tunnels aufwärts. In einem Taleinschnitt vor eine Brücke müssen wir rechts abbiegen. Auf einem Teersträßchen geht es in angenehmen Serpentinen weiter aufwärts. Bald treffen wir auf die neue Straße die von Riva zum Ledrosee führt (Tunnelende). Kurz müssen wir der befahrenen Straße folgen. Doch schon nach 5 Minuten können wir links über eine Brücke die Straße verlassen. Nach der Brücke rechts geht ein radelbarer Fußweg weiter zum Ledrosee.

Petra und Gerti verabschieden sich hier von uns. Sie fahren ein kurzes Stück weiter auf der Fahrstraße nach Biacesa. Dort treffen sie sich mit Gerda und Erich. Die kommen mit dem Auto, laden die Räder ein. Dann fahren sie gemeinsam am Ledrosee vorbei nach Lenzumo 778 m und steigen zur Pernici auf.


Wir: der Maximilian, der Ike und ich strampeln mit dem Rad weiter auf dem Wanderweg. Links vorbei an Biacesa nach Pre. Vor Pre kommt ein steilerer Stutzen. Auch durch die Ortschaft geht es gut bergauf. Doch bald erreichen wir Molina de Ledro am Ledrosee. Den Ledrosee umfahren wir links, das ist die ruhigere Straße. Einen kleinen Verhauer bauen wir ein. Das kostet uns etwa 100 Hm zusätzlich. Um etwa 10.30 Uhr erreichen wir das Nordende vom Ledrosee. Hier wollen wir was essen und trinken. In einem Seerestaurant nehmen wir auf der Terasse platz und bestellen was zu trinken. Danach erfahren wir dass erst ab 12.00 Uhr Essbares zu haben ist.




Das ist uns zu spät. Wir trinken aus und fahren weiter nach Lenzumo 778 m. Hier finden wir an der Straße eine Wirtschaft die uns auch was zu Essen verkauft. Wir schlagen uns den Bauch voll und radeln danach zuerst langsam weiter. Jetzt beginnt erst "Der Ernst des Lebens". Die Höhenmeter kommen erst noch. Doch die Steigung ist angenehm und man kann alles gut treten. Durch die zwei Pausen sind wir zwar etwas spät dran, aber das macht nix, runter gehts eh schneller. Etwa 20 Minuten bevor wir die Hütte erreichen treffen wir unsere Wandertruppe. Die waren schon auf der Pernici und steigen schon wieder ab. Nach kurzer Plauderei zieht jeder seiner Wege.







Wir drei Radler machen auch eine ausgedehnte Pause auf der noch sonnigen Terasse. Erst danach brechen wir wieder auf.



Heimwärts fahren wir den Wanderweg Südostwärts zur Capanna Grassi runter. Der ist ganz schön steil und grobsteinig. Ich kann das nicht alles fahren. Danach gehts auf guten Wegen über Campi und dann auf dem Weg 402 runter nach Riva. Eine tolle Biketour.



4. Tag: Tour auf die Rocca 1089 m

Die Mädels gehen wieder SHOPPEN.

Alle anderen wollen heute auf die Rocca. Mit dem Auto fahren wir nach Biacesa. Von dort steigen wir zur Kapelle St. Giovanni auf. Danach geht es auf Kriegspfaden und durch Tunnels aus dem 1. Weltkrieg auf den Gipfel der Rocca 1089 m. Von dort steigt man, über Schützengräben mit Ausblicken in steile Abstürze, zu einem Strommasten ab. Den Gipfel kann man auch durch einen längeren Stellungstunnel untergehen. Vom Strommasten steigen wir auf gutem Pfad wieder nach Biacesa ab. Nach einer kleinen Pizza auf dem Hauptplatz in Riva treten wir die Heimreise an.















Ein schöner Kurzurlaub.