Bozen - Leichte Klettersteige am Mendelkamm

Erstellt am: 19.11.2017
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Tourentyp:  Klettersteige
Tourenlänge:   3 Tage
Schwierigkeit:     leicht
Karte:   Kompass 699 Südtirol
Region:   Bozen/Mendelkamm
Hütten:   Halbweghütte (Rif. Mezzavia) 1587 m, Malga Roen 1773 m, Überetscher Hütte (Rif. Oltradige) 1773 m
Gipfel:  Monte Roen 2116 m, Testa Nera 2030 m, Gantkofelkreuz 1865 m

Tourenplaner:   Tscharly
Teilnehmer:  Gerti, Birgit, Christa
Tourentermin:     28. bis 30. Oktober 2017
Besonderheiten:  Schöne Herbsttour
Ausgeschriebene Tour von Adolf:   DAV - Sektion Sulzbach-Rosenberg




Ausgeschrieben hatte ich eigentlich das Hohenzollernhaus mit Glockturmbesteigung. Durch den frühen Wintereinbruch war das aber nicht durchführbar. So hab ich schnell noch umgeplant, wir fahren ins sonnige Südtirol nach Bozen. Quartier bekommen wir in der Schwarzen Katz "Gatto Negra", da waren wir schon mal. Eine erschwingliche Unterkonft am Rand von Bozen. Die schöne Altstadt kann man trotzdem noch zu Fuß erreichen. Wir wollen ein paar leichte Klettersteige machen.


Fennberg-Klettersteig

Wir reisen also über München nach Südtirol an. Die Fahrerei zieht sich etwas weil langes Wochenende ist. Gegen 12.00 Uhr erreichen wir Margreid im Etschtal, südlich von Bozen. Hier wollen wir unsere heutige Tour starten. Nachdem wir unser Auto geparkt haben machen wir uns startklar. Doch die Mädels haben ein kleines Wirtshaus entdeckt, da müssen wir natürlich zuerst rein und einen "Spritz" trinken.



Erst danach, gegen 13.00 Uhr, können wir aufbrechen. Auf einer kleinen Straße und auf Weinbergwegen wandern wir in etwa 45 Minuten (3 km) Richtung Süden (Rovere della Luna), zum Ausgangspunkt des Fennberg-Klettersteiges. Hier an der Straße sind Autos geparkt und ein Wegweiser zeigt den Zustiegsweg an. Es geht zwischen Stauden ein kurzes Stück steil nach oben. Nach einer kurzen versicherten Etappe stehen wir vor dem Einstieg zum Klettersteig.

Wir legen den Gurt an, der Klettersteig ist mit B/C bewertet und wir sind etwas aus der Übung. Der Einstiegskamin stellt sich dann auch als Schlüsselstelle(C) raus. Hier heißt es gleich: "Mit dem Spreizen nicht geizen". Danach aber ist es ein leichter Klettersteig der viel Spaß macht. Drei Leitern und Passagen mit Eisentritten überwinden ein paar felsige Steilstufen. Ansonsten überwiegt, teilweise gesicherte, steiles Gehgelände mit Tiefblicken ins Südtiroler Etschtal. Das Wetter ist prima, nicht zu heiß aber schön sonnig. Die ideale Zeit für den Klettersteig, im Sommer ist es sicher zu heiß.



Ein paar Bilder vom Klettersteig







Um 16.30 Uhr sind wir oben auf etwa 1060 m und ich mach die Flasche Wein auf, die ich dabei hab. Nicht alle haben so richtig Durst. Anscheinend ist es nicht warm genug, also muß ich mehr als meinen Anteil trinken, aber ich schaffe das.

Danach ist es nicht mehr weit zum Biotop Fennberger See, da steht ein Wirtshaus. Um 17.30 Uhr kehren wir ein. Die Mädels überlegen mit dem Hüttentaxi runter zu fahren, es wird früh dunkel. Die Wirtin sagt, da seid ihr in 1/2 Stunde zu Fuß unten. "Das schaffen wir", sagen die Mädels. Gut denk ich, wenn ihr 800 Hm und die Strecke dazu in 1/2 Stunde schafft, mir solls recht sein. Ich hab eine Stirnlampe dabei, ich sag mal nix. Wir brauchen eine knappe Stunde und es wird finster, macht aber nix, es ist ein bequemer Forstweg den man auch im dunkeln absteigen kann. Eine schöne Tour für den ersten Tag.

Wir müssen jetzt noch zurück nach Bozen fahren, unser Quartier bei der Schwarzen Katz "Gatto Negra" beziehen. Wir hatten angerufen dass es wieder mal später wird. In der schwarzen Katz kann man auch gut Abendessen, Südtiroler Spezialitäten. So bleiben wir sitzen und lassen den Abend mit Südtiroler Wein ausklingen.



Roen-Klettersteig und Gamssteig (Via dei Camosci)

Heute fahren wir mit dem Auto rauf in den Mendelpass 1363 m, von hier noch weiter bis zur Talstation des Mendelsessellifts 1383 m.

Hier wandern wir um 9.30 Uhr los, der Lift läuft nicht. Wir steigen auf der Piste auf, kurz vor der Bergstation zweigt der Wanderweg rechts ab und wir kommen zur Halbweghütte (Rif. Mezzavia) 1587 m. Es ist erst 10.00 Uhr, zum Einkehren zu früh, heute. So wandern wir auf schönem Weg, nicht steil weiter bis zur Malga Roen 1773 m, es ist noch nicht mal 11.00 Uhr. Wieder keine Einkehr, weiter geht´s fast auf gleicher Höhe in leichtem Auf und Ab zur Überetscher Hütte (Rif. Oltradige) 1773 m. Jetzt ist es 11.15 Uhr und die Mädels wollen einkehren, prima. Wir setzen uns auf die sonnige Terrasse und machen bis etwa 12.15 Uhr Pause.



Überetscher Hütte (Rif. Oltradige) 1773 m



Danach machen wir uns auf den Weg zum Gipfel. Der Roen Klettersteig ist mit A/B bewertet, also haben wir keinen Gurt mitgenommen. Eine schöne Kraxelei - auch für Kinder geeignet, die sollten sich aber vielleicht sichern. Um 12.45 Uhr sind wir aus dem "Klettersteig" raus und können zum Gipfel rüberschauen. Es ist ziemlich zugig hier oben, so machen wir uns nach einer Verschnaufpause auf den kurzen Weg zum Monte Roen 2116 m. Die Sicht über das Etschtal in die Dolomiten ist heute prima.

Monte Roen 2116 m







Den Abstieg machen wir nicht auf dem kürzeren Normalweg zur Malga Roen, sondern wir steigen ab zum Schwarzen Kopf (Testa Nera) 2030 m. Von hier gehts über den interessanten Gamssteig (Via dei Camosci) zurück zur Überetscher Hütte.

Auf dem Gamssteig gehts anfangs ziemlich steil zwischen Latschen runter. Dann steil am Hang entlang immer wieder auf und ab. Wir müssen Vorsicht walten lassen. Zum Schluß kommt noch mal eine spannende Einlage. Entlang auf einem kaum auszumachenden Band müssen wir am Drahtseil entlang rum klettern.

Wir haben lange Bandschlingen dabei und sichern uns damit behelfsmäsig. Hätte es zwar im Nachhinein nicht gebraucht, das Band war besser als es aussah, wohler war uns so aber schon.

Bandquerung



Danach sind wir bald auf der Überetscher Hütte 1773 m. Es ist 14.30 Uhr und ich würde gerne ein Bier trinken, doch die Terrasse liegt im Schatten, sagen die Mädels - so muss ich weiter. Um 15.00 Uhr kommen wir zur Malge Roen, ich hab noch immer Durst. Auf der sonnigen Terrasse ist es aber zu windig und Innendrin ist alles voll, sagen die Mädels - also weiter. Durch den schönen Herbstwald wandern wir bei sinkender Sonne weiter bis zur Halbweghütte 1587 m. Hier scheint um 15.45 Uhr tatsächlich noch die Sonne auf der Terasse und der Wind ist erträglich. Hier darf ich ein Bier trinken, sagen die Mädels. Da bin ich froh und setze mich hin, auch eine Brotzeitplatte ist noch drin. Nach der Brotzeitplatte ist die Sonne weg und es wird schnell frisch. Über die Piste steigen wir wieder ab und fahren zur "Schwarzen Katz". Heute Aben gehen wir in die Altstadt von Bozen zum Pizzaessen.



Gantkofelsteig

Heute ist schon wieder unser letzter Tag. Wir wollen noch den Gantkofelsteig machen, Gerti macht ein Knieschonprogramm in Bozen. Ich fahr mit Birgit und Christa rauf Richtung Perdonig, wir wollen zum Gasthof Buchwald 900 m. Das klappt zwar nicht ganz, wir gehen beim Pichler 800 m weg, denn die Zufahrt zum Buchwald hab ich nicht gefunden. Das ist aber egal, wir wollen eh eine Runde laufen.

Um 9.45 Uhr laufen wir vom Pichler los, bis zum Buchwald brauchen wir eine knappe halbe Stunde. Ab hier gehts dann steil bergauf, selten sind wir so steil aufgestiegen! Steil über die Wiese, steil durch den Wald. Nicht dass es keine andere Möglichkeit gegeben hätte den Weg anzulegen. Nein, der Wegmacher hatte einfach keine Kehren eingeplant, vielleicht hatte er keine Zeit.

So steigen wir fast Diretissima auf bis auf 1400 m (ca. 1h 15 min) bis zum Einstieg in die Kemenatscharte. Die ist nun ziemlich eng und steil. Hier kann man nicht anders, man muss einfach steil nach oben. Im ZickZack sind Hölzer gelegt um den Schutt und den Wanderer vor dem abrutschen zu sichern, und das Gehen zu erleichtern. Dann kommt eine senkrechte Aluleiter in Sicht, gute 5 Meter lang. Links davon ist aber ein Durchschlupf mit ein paar Eisenklammern, so kann man die Leiter leicht umgehen. So ein Schmarrn, wer hat blos die Leiter hier montiert? Auch danach ist es noch steil bis zum Ausstieg aus der Rinne auf etwa 1700 m. Hier hat man schon eine gute Sicht, auch andere Wanderer sind hier. Die sind aber nicht über die Rinne aufgestiegen.

Wir wollen noch weiter zum Gantkofelkreuz. Das sind zwar nicht mehr viele Höhenmeter und es ist auch nicht mehr steil, aber man läuft trotzdem noch fast eine Stunde bis zum Gantkofelkreuz 1865 m. Wir kommen gegen 12.30 Uhr an und machen eine verdiente sonnige Pause. Die Aussicht auf den Schlern, Rosengarten und das Latemar ist ungetrübt unten liegt Bozen im Etschtal zu unseren Füßen.

Auf dem Gantkofel



Doch wir müssen wieder runter, heute ist Heimfahrtag. Ein Stück laufen wir auf dem Weg zurück den wir gekommen sind. Nach ca. 20 Minuten steigen wir links in die Große Scharte (Forca Grande) ab. Hier gehts ebenso steil runter wie wir aufgestiegen sind, fast noch unwegsamer. Wir müssen aufpassen dass wir keine Steine werfen. Auch hier sind wir etwa bei 1400 m aus der Scharte raus und es geht weiterhin steil durch den Wald nach unten. Wir treffen zielgenau um 14.30 Uhr unser Auto in der Nähe beim Pichler. Eine interessante, sehr steile Tour.

Große Scharte - Abstieg





Bozen



Wir fahren noch mal nach Bozen rein und treffen uns mit Gerti. Nach einer letzten Pizza verlassen wir das sonnige Südtirol.